Archiv für Oktober 2012

Falkenpolizei in den Winterurlaub schicken

Aus gegebenen Anlass wünscht sich die Krachtigall – ab sofort – keinen Zutritt mehr für Kremlfalken (System zum biologischen Schutz des Territoriums und für die natürliche Regulation der Krähenpopulation) in allen emanzipatorischen Räumen. Kein_er bestimmt wo unser Spielplatz ist! Wir sind alle Krähen!

Radiobeitrag (DRadio Wissen) zum Thema:

„Raven gegen Wohnungsnot“ Videorückblick der Nachttanzdemo in Hamburg

Demoparade „Süßes sonst gibts Saures“ in Wien am 31.10.2012

Am Mittwoch den 31.10.2012 kann in Wien das Tanzbein auf der Straße geschwungen werden und zwar für nichts weniger als das schöne Leben. Ob verkleidet oder Lichtspiel unter der Schuhsohle der Soundwagen kommt sowieso und für die Wärme wartet Punsch bzw. Glühwein auf. Der Treff­punkt ist der West­bahn­hof (u3/u6) um 18 Uhr.

Mehr Infos sind auf 31oktober.antifanet.at zu finden.

Plötzlich plappern Anna und Arthur

Liebe Nadirs, ihr sprecht so manchem von uns aus der Seele, danke. Deswegen wird der komplette Text hier mal ähmm sagen wir zitiert.

Seit Jahren betreiben wir Server und Kommunikationsdienste für linke Gruppen, geben wir uns alle Mühe, die Server sicher zu halten, wehren wir – mit unterschiedlichen Mitteln – Anfragen von Behörden zu irgendwelchen Daten ab. Kurz: Wir versuchen im kapitalistischen Internet eine emanzipatorische Basis der Kommunikation zu bieten. Seitdem auch viele Linke Facebook „nutzen“ (oder Facebook viele Linke nutzt), sind wir jedoch verunsichert: Vielen scheint es nun nicht mehr darum zu gehen, einerseits das Internet als Ressource für linke Kämpfe zu nutzen, andererseits aber das Internet selbst als politisch umkämpftes Terrain zu verstehen und sich in diesem Kampf dazu zu verhalten. Vielmehr wird unsere politische Arbeit selbst als defizitär und anstrengend wahrgenommen. Verschlüsselte Kommunikation mit autonomen Servern scheint nicht als emanzipativ, sondern als lästig angesehen zu werden.

Disneyland

Wir hatten einfach nicht verstanden, dass es nach all dem Stress auf der Straße und den langen Gruppendiskussionen der Wunsch vieler Aktivist_innen ist, auf Facebook in Ruhe über alles, was erlebt wurde, mit allen zu quatschen. Dass Facebook eben auch für Linke die sanfteste Art der Verführung ist. Dass auch Linke es genießen, dort, wo es scheinbar nicht weh tut, den Strömen der subtilsten Form der Ausbeutung zu folgen und endlich einmal keinen Widerstand zu leisten. Das schlechte Gewissen, das viele dabei sicherlich plagt, weil sie wissen oder ahnen, welche fatalen Konsequenzen Facebook mit sich bringt, scheint hierbei keine besondere Handlungsanweisung zu erteilen.

Ist es wirklich Unwissenheit?

Um einmal kurz zu skizzieren, was das Problem ist: Mit der Benutzung von Facebook machen Linke nicht nur ihre eigene Kommunikation, Meinung, „Likes“ usw. transparent und prozessierbar. Sondern, und dies halten wir für weit folgenreicher, es werden linke Strukturen und Einzelpersonen, die selbst mit Facebook wenig oder gar nichts zu tun haben, aufgedeckt. Die Mächtigkeit Facebooks, das Netz nach Relationen, Ähnlichkeiten usw. zu durchsuchen, ist für Laien kaum vorstellbar: Mit dem Plappern auf Facebook werden für Behörden und Konzerne politische Strukturen reproduziert. Diese können dann bequem nach bestimmten Fragen durchsucht, geordnet und aggregiert werden, um präzise Aussagen nicht nur über soziale Relationen, wichtige Personen in der Mitte usw. zu produzieren, sondern auch auf der Zeitachse bestimmte Prognosen treffen zu können, die sich aus Regelmäßigkeiten ableiten lassen. Facebook ist die subtilste, billigste und beste Überwachungstechnologie neben Handys!

Linke Facebooknutzer_innen als unbezahlte V-Leute?

Wir hatten immer gedacht, es geht der Linken um etwas anderes: Die Kämpfe auch im Internet weiterzuführen. Und darum, das Internet für die politischen Kämpfe zu nutzen. Uns geht es darum – auch heute noch. Deshalb sehen wir in Facebook-User_innen eine echte Gefahr für unsere Kämpfe. Und besonders Linke auf Facebook produzieren (meist ohne zu ahnen, was sie tun) wertvolles Wissen, auf das Verfolgungsbehörden in zunehmendem Maße zurückgreifen. Wir könnten fast soweit gehen, diese Linken der Kompliz_innenschaft zu beschuldigen. Aber soweit sind wir noch nicht. Noch ist unsere Hoffnung nicht gestorben, dass sich die Einsicht einmal durchsetzt, dass Facebook ein politischer Gegner ist. Und, dass diejenigen, die Facebook nutzen, Facebook immer mächtiger machen. Linke Facebooknutzer_innen füttern erst die Maschine und legen damit Strukturen offen! Und dies ohne Not, ohne Richter_in, ohne Druck.

Standpunkt

Uns ist klar, dass wir von einer gewissen Höhe herab sprechen. Da wir uns seit Jahren mit dem Netz und Computern, Systemadministration, Programmieren, Kryptographie und einigem mehr beschäftigen und teils damit unser Geld verdienen, ist Facebook quasi ein natürlicher Feind für uns. Da wir uns außerdem als Linke verstehen, addiert sich dazu noch eine Analyse der politischen Ökonomie Facebooks, in der „User_innen“ zum Produkt werden, an das gleichzeitig auch verkauft wird. In der Fachsprache heißt das „demand generation“. Uns ist klar, dass sich nicht alle mit solcher Hingabe mit dem Internet auseinandersetzen, wie wir es tun. Aber dass Linke dieses trojanische Pferd namens Facebook an ihrem Alltag teilhaben lassen, ist weniger Ausdruck von Unwissenheit als von Ignoranz an einer extrem kritischen Stelle.

Wir fordern mit allem Nachdruck alle auf: Schließt Eure Facebook-Accounts! Ihr gefährdet andere! Verhaltet Euch zu diesem Datenmonster!
Und ansonsten: Verlasst GMX und Co! Nieder mit Google! Gegen die Vorratsdatenspeicherung! Für Netzneutralität! Freiheit für Bradley Manning! Hoch die Dezentralität!
Fight Capitalism! Auch – und gerade – im Internet! Gegen Ausbeutung und Unterdrückung! Auch – und gerade – im Internet!
Nervt Eure Genoss_innen. Macht ihnen klar, dass, wenn sie Facebook füttern, sie sich echt mit der falschen Seite eingelassen haben!

nadir, im Oktober 2012

AZ Aachen bleibt!

In Aachen sieht es leider bedrohlich für das Autonome Zentrum aus, das übliche Spiel auf der einen Seite will die Stadt das Gelände verkaufen aber andererseits behaupten wie toll sie doch dieses Projekt findet, nicht nur deswegen gibt es eine Nachttanzdemo am Samstag den 27.10.2012 vorm AZ um 19 Uhr.

Wir fordern die Stadt Aachen auf, sich endgültig ihrer politischen Verantwortung zu stellen und den Erhalt des Autonomen Zentrums in seiner vollen Größe und an seinem jetzigen Platz zu garantieren und den Verkauf des AZ zu verhindern! Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, gehen wir am 27.10.2012 mit einem Teil unseres kulturellen Programms auf die Straße. In Form einer Nachttanzdemo wollen wir den Aachener_innen zeigen, wie viele wir sind und, dass wir, wie alle Anderen, ein Recht auf die Stadt haben! Also kommt vorbei und tanzt mit! Für den autonomen Fortbestand des AZ und eine Stadtpolitik, bei der alle, die es wollen, mitbestimmen können!

Den kompletten Aufruf und noch mehr Infos über das Projekt findet ihr auf http://az-aachen.de.

Neeeext!

Dienstagswelt


Die einzigartige (weil erste) Krachtigall-Dienstagswelt steht bevor!

Es darf sich gefreut werden auf:
Ein feines Lineup
Die Goldstaubmusen
Den „Zwitscher Dir Deinen Eigenen Floor“
Eine Inhaltliche Überraschung*
und die Beste Party, die der Dienstag zu bieten hat.
23.10. im MIKZ, 23:59

Und bereits diesen Samstag:
Zwitscher Dir Deinen Eigenen Floor beim Klangbiotop.
Audiomassive hat Geburtstag! Die Krachtigall wünscht: Utz!

*) Techno und Drogen – das hängt nicht nur in Berlin für viele zusammen. Öffentlich wird die Drogenszene jedoch kriminalisiert und tabuisiert. Doch das führt nicht etwa zu einem Verzicht auf Drogen, sondern zu Informationslücken mit gefährlichen Folgen. Hans Cousto plädiert hingegen für einen mündigen und autonom kontrollierten Umgang mit Drogen.
Er ist Mitbegründer von Eve&Rave, dem Verein zur Förderung der
Technokultur und Minderung der Drogenproblematik und organisiert auch in Zusammenarbeit mit der Freien Arbeitsgemeinschaft DrogenGenussKultur und wird uns in seinem Vortrag Input zu den Themen Drogenmündigkeit und –kompetenz und zur gegenwärtigen Drogenpolitik geben. Anschließend könnt ihr mit ihm diskutieren und alle Fragen loswerden, die euch zum Thema auf dem Herzen liegen.

Update:
Danke lieber Hans Cousto, für deinen Vortrag und deine Ausgeglichenheit, uns hast du Freude bereitet.

Raven gegen Wohnungsnot!


Sagt mal liebe Menschen, was ist denn in letzter Zeit los, schön ist es auf jeden Fall mitzubekommen das sich tanzend die Straße zurückerobert wird, haben wir da etwa eine Bewegung verschlafen?

Und auch wenn, macht weiter so, uns zaubert ihr damit immer ein lächeln ins Gesicht und ein mitwippendes Bein. Diesmal „den Mietenwahnsinn einfach wegtanzen“ Nachttanzdemo in Hamburg am 17.10.2012 an der HAW (Berliner Tor 5, U-Lohmühlenstraße) ab 18 Uhr. Mehr Infos findet ihr auf schlaflosinhamburg.blogsport.de. Habt Spaß und macht was ihr wollt.

Dancing Shoes Gegen Rassismus!


Am 30. Oktober 2012 gibt es in Cottbus eine NachtTanzDemo, diese beginnt 19:30 Uhr am Uni Campus. Kommt rum, habt Spaß und tanzt. Mehr Infos findet ihr auf cbnazifrei.blogsport.eu.

Update:
Es gibt mittlerweile ein Mobivideo

30. Oktober 2012 – Nacht & Tanz & Demo für ein grenzenloses Leben ohne Rassismus! from Cottbus_Nazifrei! on Vimeo.